Friede Samo: Oskar Dirlewanger und Gottlob Berger. Eine Täterfreundschaft

Oskar Dirlewanger war Kommandeur der „Wildschützkompanie“, einer Sondereinheit der SS, die 1940 aus verurteilten Wilderern zusammengestellt und von ihm für den Nahkampf ausgebildet wurde. Denn Adolf Hitler wünschte sich eine Truppe, die wie Wilderer ihre „Beute“ unauffällig mit der Büchse durch Fangschuss töten sollte. Zum Einsatz kam Dirlewangers Kompanie 1940 erstmals in Polen, wo sie sich umgehend mafioser Methoden bediente, um danach verheerend an der Ostfront zu wüten. Für Dirlewanger und seine Sturmbataillone galten Partisanen bzw. die sie unterstützende sowjetische Bevölkerung als „Freiwild“. Um hohe personell Verluste im sogenannten „Bandenkampf“ auszugleichen, ließ Gottlob Berger, SS-Obergruppenführer, Chef des SS-Hauptamtes, General und Chef-Rekrutierer der Waffen-SS, im Baltikum und im heutigen Belarus einheimische Hilfskräfte anheuern, um die Kampfstärke der SS weiter zu vergrößern. Auch Dirlewanger profitierte davon. Durch zusätzliche Zuteilung von KZ-Insassen wuchs seine Sondereinheit zum Regiment, zuletzt über Verurteilte aus Straflagern der Wehrmacht, SS und Polizei sogar zur Brigade. Im Hintergrund hielt Berger „so zuverlässig wie unauffällig“ (Friede Samo) seine schützende Hand über Dirlewanger. Der vorbestrafte Sexualstraftäter wurde stetig befördert, über fünf Dienstränge hinweg vom Obersturmführer bis zum Oberführer der Waffen-SS.

Friede Samo ist freie Historikerin und Archäologin. Mehrere Auslandsaufenthalte 1965-72; 1970-72 Aufbau einer evangelischen Studentenorganisation in Westafrika; 1972-78 Studium der Volkswirtschaftslehre Saarbrücken (Diplom); 1979-95 Referatsleiterin und Geschäftsführerin; 1995-2005 freiberufliche Wirtschafts- und Finanzberaterin; 2005-13 Zweitstudium Tübingen und Aix-en-Provence-Marseille (MA Geschichte, MSc Archäologie). Ehrenamtliche Tätigkeiten u.a. im Vorstand der Lagergemeinschaft Ravensbrück und des Fördervereins Zentrale Stelle in Ludwigsburg.

Zum Geleit7
Einführung9
Rückblick auf die Weimarer Republik – ein Exkurs13
1932 – Das Jahr der Wahlen14
Warten auf Godot15
1.Oskar Dirlewanger – Lebensabschnitt von 1895 bis 193217
2.Gottlob Berger – Lebensabschnitt von 1896 bis 1937
Umbrüche – das Jahr 1933
Das Reichskuratorium für Jugendertüchtigung
Der „Röhm-Putsch“
Beim „Chef AW“ Friedrich Wilhelm Krüger
SS-Führer Berger: der Beginn
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3.Dirlewangers Absturz aus der bürgerlichen Gesellschaft33
4.Bergers Aufstieg zum Chef des SS-Hauptamtes
Der späte Abschied vom Kultministerium
Der Rattenfänger der Waffen-SS
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5.Die Aufstellung eines Wildschützkommandos
Das Wildschützkommando im Distrikt Lublin
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6.Die SS im rückwärtigen Heeresgebiet Russland-Mitte
„Wie keine andere Truppe zur Partisanenbekämpfung geeignet“
Bergers Hauptamt als Drehscheibe für den Partisanenkrieg in Osteuropa
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7.Im Konflikt mit dem Reichsführer SS
Berger als Chef des „Führungsstabs Politik“ im Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete
Die HEU-Aktion
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8.Die totale Entgrenzung des Krieges im Partisanenkampf 1942–1944
Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Die SS-Sondereinheit Dirlewanger wächst zum Häftlings-Regiment
Himmlers Freibrief für Dirlewanger
Gefälligkeitsleistungen und „kleine Geschenke“ aus Polen und Belarus
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9.Der Verlust der russischen Front und Weißrusslands 1943–194483
10.Die SS-Sondereinheit Dirlewanger in Warschau vom 5. August bis 3. Oktober 1944
Die Aufstellung der deutschen Kampfeinheiten und der erste Tag des Angriffs
Die Morde an der Zivilbevölkerung
Die Plünderungen
Totengedenken

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11.Bergers Rolle bei der Unterdrückung des slowakischen Nationalaufstandes
Bilanz der Waffen-SS

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12.Die Dirlewanger-Brigade in der Slowakei
Am Brückenkopf von Ipolyság
Die politischen Häftlinge an der Enge von Ipolyság
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13.Auflösung der Brigade in der Lausitz
Weichsel-Oder-Offensive
Die 36. Waffen-Grenadier-Division der SS
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14.Berger als Chef des Kriegsgefangenenwesens
Der „Sühnemord“ an dem französischen General Gustave Mesny
Die Auflösung der Kriegsgefangenenlager
Warten auf die Siegermacht
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15.Die letzten Wochen Dirlewangers bis Juni 1945123
16.Nachwort127
Anhang
Abkürzungsverzeichnis130
Literaturverzeichnis131
Online-Ressourcen136
Namensregister137
Ortsregister140

142 Seiten

ISBN 978-3-945893-35-7

22,00 €

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