Lorenz Zahneisen
* 31. August 1897 in Bamberg, † 20. Oktober 1950 in Erlangen. Eisendreher und Politiker, 1923/45 NSDAP, 1925/45 SA (bis 1929 Führer Sturm 5, bis 1931 Standarte 10, 1932/35 Standarte, 1935/39 SA-Oberführer Bayerische Ostmark, 1939 SA-Brigadeführer), 1933/34 Sonderkommissar, 1929/45 Kreisleiter, Beauftragter, 4/1933 Zweiter Bürgermeister, 1934 Erster Bürgermeister, 1935/45 Oberbürgermeister von Bamberg. 1948/50 Spruchkammerverfahren.
Der Eisendreher Lorenz Zahneisen hatte es geschafft, in Bamberg zur unbestrittenen Nr. 1 des örtlichen Nationalsozialismus zu werden, zuerst als Sonderkommissar, dann als Kreisleiter und Oberbürgermeister. Bekannt war er für seinen rabiaten Umgang mit linken Gegnern des NS-Systems. Als man ihn später vor der Spruchkammer glimpflich davonkommen lassen wollte, protestierte er vehement: „… es wäre das Schlechteste, was mich treffen könnte, wenn mich ein heutiges Gericht zum ,Mitläufer ́ stempeln würde. … Ich wurde Nationalsozialist und habe als solcher für die Idee gekämpft, und habe nicht unwesentlich zu der Erreichung der Macht beigetragen“. Als er 1950 starb, schrieb die Heimatzeitung von einem „ehrlichen Charakter“, „der auf seine Art Gutes wollte und vielen half“.
Beschrieben in:
– THT 20, S. 328-340
