Hans Loritz
(1895-1946), 1930 NSDAP + SS (zuletzt Oberführer), 1934 KZ-Kommandant Esterwegen, 1936 Dachau, 1939 SS-Abschnittsführer Graz, 1939 KZ Sachsenhausen, 1942 wegen Korruption abgelöst, 1942 beim HSSPF Norwegen, 1946 Suizid.
Hans Loritz dürfte in dieser Buchreihe zu den am meisten verstörenden Fällen gehören. Als KZ-Kommandant in Esterwegen, Dachau und Sachsenhausen prägte er eine ganze Generation von KZ-Bewachern, die unter seiner Anleitung „ein völlig entgrenztes Strafregime“ etablierten. Schon als Polizist in Augsburg bewies er „elitäres Selbstverständnis“, wie sein Biograf Dirk Riedel schreibt, das „Fehlen jeglichen Selbstzweifels“ und „ausgeprägtes Draufgängertum“. Er kümmerte sich kaum um Gesetze und Werte, dafür sehr um persönliche Beziehungen und Gefolgschaften. In der Lager-SS fand er ideale Voraussetzungen für das Ausleben dieses Selbstverständnisses.
Beschrieben in:
– THT 11, S. 186-195
