Dr. Hans Deuschl
* 21. Juli 1891 in Markt Grafing, † 27. April 1953 in Starnberg. Arzt, SS-Führer, Ärztefunktionär. Burschenschaft Apollo, Freikorps Chiemgau, Oberführer beim „Völkischen Block“, 1929 NSDAP, 1929 Gründungsmitglied Nationalsozialistischer deutscher Ärztebund, dort zunächst Geschäftsführer und Herausgeber der Verbandszeitschrift, 1931 SS (zuletzt: Oberführer), 1935/40 Leiter Führerschule der Deutschen Ärzteschaft Alt Rehse, 1941/43 Leiter Gesundheitswesen in Reval/Estland, 1944/45 Erster Bürgermeister Starnberg. 1948 als Mitläufer entnazifiziert.
Der Arzt Dr. Hans Deuschl unterbreitete 1941 als Leiter des Gesundheitswesens beim Generalkommissar für Estland ernsthaft den Vorschlag, man möge doch die Hälfte aller russischen Kriegsgefangenen erschießen, um dadurch die andere Hälfte mit doppelter Nahrungsration versorgen zu können, weil sie so als Arbeitskräfte effektiver auszubeuten wären. Ein solch famoser Mensch wurde, wie Friedrike Hellerer darlegt, vom mit ihm persönlich befreundeten Heinrich Himmler als Bürgermeister von Starnberg durchgesetzt und später im Verlauf seiner Entnazifizierung als bloßer „Mitläufer“ der Gruppe IV eingestuft!
Beschrieben in:
– THT 18, S. 60-67
