Josef Vallaster
(1910-1943) Bauarbeiter, ab 1940 „Brenner“ in Schloss Hartheim, ab 1942 als Wachmann in Sobibor, dort beim Häftlingsaufstand 1943 erschlagen
Josef Vallaster aus Vorarlberg stand als Knecht und einfacher Hilfsarbeiter nie auf der Sonnenseite des Lebens, wie sein Biograf Wolfgang Weber verdeutlicht. Obwohl er für die Nazis schon früh aktiv und sogar straffällig wurde, gab es für ihn nach 1938 keine Belohnung in Form einer gut dotierten Position. Zum Lebenshöhepunkt wurde insofern die Versetzung in zwei Vernichtungsanstalten, wo er zum Fachmann für Massenmord avancierte. 1940 ehelichte er eine Kollegin aus dem Wachpersonal; als Trauzeugen fungierten der in Oberbalzheim bei Ulm geborene Kriegsverbrecher Christian Wirth sowie der später wegen mindestens 400.000-fachen Mordes verurteilte Franz Stangl. Während des Aufstandes von Sobibor am 14. Oktober 1943 gelang es einem Häftling, Vallaster in einer dunklen Ecke zu erschlagen.
Beschrieben in:
– THT 5, S. 272-285
