Karl Ritter

Von | 11. März 2025

Karl Ritter
* 7. November 1888 in Würzburg, † 7. April 1977 in Buenos Aires. Flugpionier, Werbegrafiker, Drehbuchautor, Filmregisseur. 1925/28 und 1932/45 NSDAP, ab 1933 bei der Ufa Herstellungsleiter und Regisseur, 4/1945 freiwillige Meldung zur Luftwaffe, 1946 Spruchkammer: „Mitläufer“, 1949/53 sowie 1956/77 Auswanderung nach Argentinien.
Der Grafiker und Filmregisseur Karl Ritter war schon in den frühen zwanziger Jahren zum glühenden Nazi geworden, zu einer Zeit, als sich überproportional viele „Jüdischstämmige“ im Filmbusiness tummelten. Er hat im Interesse seiner Karriere diese Mitgliedschaft 1928 für vier Jahre ausgesetzt, dann aber instinktsicher erneuert und für sich bewusst eine Marktlücke besetzt, die sein Biograf Eggert Blum zitiert: „Der Weg des deutschen Films wird kompromisslos dahin führen müssen, dass jeder Film im Dienst der Gemeinschaft, der Nation und unseres Führers stehen muss“. Mit dieser Haltung gelangte er 1937 in den Aufsichtsrat der Ufa; er selbst wurde von Hitler zum Professor ehrenhalber ernannt. Sein Einkommen explodierte. Als das Wohlwollen von ganz oben wieder erlahmte, meldete er sich noch im April 1945 freiwillig zur Luftwaffe. Nach Kriegsende erwies er sich als wenig flexibel, überlebte unter falschem Namen mit Kurzgeschichten für das Magazin „Quick“ und wanderte schließlich nach Argentinien aus.
Beschrieben in:
– THT 19, S. 186-194

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